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Angeschaut: Scram Kitty DX
Review

Angeschaut: Scram Kitty DX

Was soll ich tun? Bitte hilf mir Scram Kitty! Aber Scram Kitty ist eine Katze. Wenn eine Mieze etwas kann, ist es, jemanden zu ignorieren.

Im Weltall hört dich niemand Miauen

Scram Kitty DX bietet von Anfang an genau diese verlorene Erfahrung. Ohne ein Intro und bar jedweder Erklärung, befinden wir uns in einer futuristischen Raumstation. Die 2D-Grafik ist auf 16 Bit-SNES Niveau und wir sind ein – nicht näher erläutertes – Männchen auf Schienen mit einer Schusskanone. Mehr wissen wir zur Story nicht. Die Bewegung erfolgt auf den Geleisen und man kann, sofern man nahe genug ist, auf die gegenüberliegende Spur wechseln. Weil wir uns nicht frei bewegen können, ist das Schiessen eine Herausforderung. Die Kanone feuert immer geradeaus und wir müssen uns für die Treffer gegen die Weltraummäuse entsprechend positionieren. Aber was müssen wir hier überhaupt tun?

Nur durchs reine Ausprobieren, habe ich herausgefunden, dass wir in jedem Level bis zu vier Stubentiger retten müssen. Einer erscheint am Ende des Levels, einen gibt es, wenn wir hundert Münzen gesammelt haben, einer wird gerettet beim Töten eines Bosses und den letzten Murner müssen wir mehrmals unter Zeitdruck einfangen. Die Reihenfolge spielt hierbei keine Rolle.

Kitty 2
 

Katzenjammer

Diese ganze Spassentbehrung habe ich stumm ertragen. Also nicht ich war stumm, sondern der Fernseher. Zu schrecklich klingt der Techno-Soundtrack. Die Klangeffekte sind amateurhaft und unerträglich arrangiert. Was auch für den geduldigsten Mitbewohner eine Herausforderung ist.
Die beinharten Passagen in den Levels sind zwar mit Geduld zu meistern, das Gefühl des Erfolgs will sich aber nicht einstellen. Es erwartet uns nur ein weiterer Raum und somit weiterer Verdruss.

Scram Kitty DX frustriert und langweilt zugleich. Die Mechanik ist zwar solide und innovativ, trotzdem gibt es für mich keine weitere Motivation, an diesem Spiel dranzubleiben. Zu lieb- und charakterlos ist die Präsentation. Fans von knallharten Jump&Runs greifen nur zu, wenn sie die gesamte Konkurrenz durchgespielt haben; ich beziehe mich hierbei speziell auf Super Meat Boy oder Rogue Legacy, die verstehen, dass ein Spiel nur etwas fordern darf, wenn es auch etwas bietet. Diese Werke besitzen Charme und Timing. Die essentielle Alternanz zwischen Mühe und Belohnung findet hier aber nicht statt.

Fazit

Für ein kurzes Spielchen zwischendurch ist Scram Kitty DX für manche trotzdem zu gebrauchen, weswegen ich es zögerlich für die Vita empfehlen könnte.

Dieser Titel will nicht gekrault werden, sondern nur kratzen. Ich hab die Türe nun stundenlang offengelassen, um das Vergnügen hineinzulassen. Doch nix geschieht, wie bei einem Dachhasen, der partout nicht reinkommen will.

Dann bleib halt draussen, Sakrament!

Verfasst von Steven am 18. März 2015

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