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Abgetaucht mit dem HTC Vive
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Abgetaucht mit dem HTC Vive

Virtual Reality wird mittlerweile praktisch jedem ein Begriff sein oder zumindest Wörter wie Oculus Rift oder Sony Morpheus, welches zu PlayStation VR umbenannt wurde, wird man irgendwo schon mal aufgeschnappt haben. Weniger bekannt dürfte das HTC Vive sein, welches in Kollaboration mit SteamVR entsteht.

Wir konnten bereits sämtliche aktuellen VR-Geräte der grossen Hersteller ausprobieren, aber was uns HTC präsentierte sprengte nochmals die bisher gemachten Erfahrungen. Fangen wir mit dem Display an: 1080×1200 Pixel pro Auge mit einer Bildwiederholungsrate von 90Hz liefern scharfe Bilder. Wer bereits ein VR-Headset aufgehabt hatte, der kennt das Problem der erkennbaren Pixel aufgrund der Nähe des Bildschirms zum Auge. Dieser Effekt ist bei der aktuellen Version des HTC Vive praktisch nicht mehr vorhanden. Insgesamt hat uns das Display der Vive am meisten überzeugt und hebt sich momentan klar von der Konkurrenz ab.

Kommen wir nun zur Technik, welches das Erlebnis so besonders machte. Der Raum, in dem wir uns befanden, wies eine 20 Quadratmeter grosse Fläche auf, welche durch Photosensoren in den Ecken eingegrenzt war. Dadurch war möglich, uns in der virtuellen Welt frei zu bewegen. Gamepads gab es keine, dafür hatten wir zwei klobige Sensoren in der Hand, welche sämtliche Handbewegungen erfassen konnten. Es war fast schon beängstigend, wie flüssig und fehlerfrei diese funktionierten.

In einer Demo befanden wir uns in einem Büro. Ein Mitarbeiter von HTC forderte auf, einen Kaffee zu machen. Ohne gross nachzudenken ging der Griff zur Tasse, man beförderte diese zur Maschine, klickte auf an und gab anschliessend noch ein wenig Milch dazu. Bewegungen, wie wir sie schon tausende Male gemacht haben und ohne jegliche Verzögerung wurden diese in den virtuellen Raum übertragen. Der Unterschied zur Realität liegt nur noch im Fehlen des physischen Widerstandes.

In den meisten Demos befanden wir uns in einem Raum und erkundeten diesen. Am Ende gab es noch eine Demo mit Gameplay, in der wir von Zombies bedroht wurden und diese mit Pistolen und Gewehren niederstreckten. Das Zielen verlief intuitiv und mühelos. Der Gedanke, wie bescheuert dies ausgesehen haben muss, war nicht vorhanden. Die effektive Position im Raum war schon längst nicht mehr auszumachen, die Immersion war komplett.

So wunderbar und toll die Erfahrung auch war, bleibt die Zukunft der virtuellen Realität noch ungewiss. Wir hatten es hier mit optimalen Bedingungen und Tech Demos zu tun. Nicht jeder hat zu Hause einen leeren Raum zur Verfügung und Gameplay gab es praktisch keines zu sehen. Als Anhänger von erkundungslastigen Spielen stört uns dies nicht gross, aber zum Ausschöpfen des vollen Potentiales müssen sich die Entwickler neue Strategien überlegen. Gewohnte Strukturen müssen aufgebrochen und eigens für VR neu geschaffen werden. Im Rückblick zu den ersten Prototypen ist es jedoch enorm, wie weit die Technik in nur wenigen Jahren fortgeschritten ist und dies ist auch der Gedanke, der vieles zur Faszination VR beiträgt: Wir erlangen einen Blick in die Zukunft und stellen uns vor, was in den nächsten Jahren noch alles möglich sein wird. Ab dem ersten Quartal 2016 soll das HTV Vive kommerziell für jeden erhältlich sein.

Verfasst von Patrick am 2. Dezember 2015

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