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Please Knock on My Door – Über Depression und Einsamkeit

Die Anzahl von Spielen, welche sich Themen wie Depression und der damit einhergehenden Einsamkeit behandeln können an einer Hand abgezählt werden, bekannteste Beispiele dafür wären Depression Quest, Actual Sunlight oder auch das leicht überzogene That Static Speaks My Name.

Please Knock on My Door basiert auf den persönlichen Erfahrungen von Entwickler Michael Levall. Geplagt von einer milden Depression, Einsamkeit und Angstzuständen fing er mit der Entwicklung dieses Spieles an. Dieser Prozess half ihm aus der Teufelsspirale heraus zu kommen und er möchte mit dem Spiel primär anderen Leuten helfen, welche sich in ähnlichen Situationen befinden und sekundär Unbetroffenen das Leben mit psychischen Problemen näher bringen, verständlicher machen.

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Ein Durchgang des Spieles dauert rund eine Stunde und spielt innerhalb einer Woche eures Charakters ab. In dieser Zeit versucht ihr eure Alltagsroutine aufrecht zu erhalten, die Ernährung nicht zu vergessen und zu gesunden Zeiten schlafen zu gehen. Euch steht jedoch völlig frei, ob ihr Morgens aufsteht und zur Arbeit geht oder einfach leblos vor dem Fernseher rumhängt. Eure Entscheidungen nehmen Einfluss auf den Verlauf der Geschichte und des Textes, welcher durch einen Erzähler im Hintergrund vermittelt wird. Der Hauptaspekt liegt auf Exploration, dies beinhaltet auch des Entdecken von Interaktionen die nicht möglich sind. Um alles zu sehen, wird das Spiel mindestens drei Mal beendet werden müssen und es soll noch in diesem Jahr für PC erscheinen.

Ob Please Knock on My Door das Gefühl von Depression und Einsamkeit jemandem vermitteln kann, welcher noch nie darunter litt, kann ich nicht beurteilen. Als jemand der öfters mit schweren Depressionen gekämpft hatte in der Vergangenheit, erkannte ich jedoch viele Details wieder und fühlte mich verstanden. Das Spiel zog mich innert Sekunden in seinen Bann und legte seinen schweren Mantel über mich – trotz strahlendem Sonnenschein draussen. Nach nur rund einer Viertelstunde Spielzeit verstand ich den Titel: Ich konnte es fast nicht mehr aushalten und wollte unbedingt, dass jemand an meine Tür klopft oder irgendwelche Form von sozialer Interaktion, damit ich meinem Charakter helfen konnte aus seiner mentalen Gefangenschaft zu entfliehen.

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Verfasst von Patrick am 2. Mai 2016

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