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Angeschaut: Caribbean!
Review

Angeschaut: Caribbean!

Der Rum steht bereit, die Segel sind gesetzt. Einem Ausflug ins Inselreich steht also nichts im Wege. Doch wer jetzt an Fluch der Karibik oder Assassin’s Creed: Black Flag denkt, liegt falsch. Die Rede ist von Caribbean!, dem neusten Ableger der Mount & Blade Serie. Allerdings ist der neuste Teil nicht mehr vom Entwickler Tale Worlds, sondern von Snowbird Game Studios. Eine gute Gelegenheit also, frischen Wind in die Serie zu bringen. Vielleicht sogar die steril wirkende Grafik aufzubessern.

Ich werde König der Piraten!

Am Grundlegenden Spielprinzip hat sich nichts geändert. Noch immer wollen wir der grösste Lord werden oder besser gesagt: König der Piraten. Doch bis wir soweit sind, ist es ein weiter Weg. Völlig frei segeln wir durch die neue Karibikkarte. Dabei steht natürlich auch Plündern und Brandschatzen auf dem Plan.

Caribbean!.

So viel Freiheit hat jedoch auch ihren Preis. Eine wirkliche Geschichte erzählt das Spiel nämlich nicht. Es liegt am Spieler selbst, Geschichte zu schreiben. Wir können der spanischen Krone dienen oder ein freies Leben auf dem Meer führen. Wollen wir lieber ein Händler sein? Verkaufen wir Gefangene an Sklavenhändler? Aus diesen schier unbegrenzten Möglichkeiten zieht das Spiel seine Faszination. Zumindest wenn die nötige Fantasie und Geduld vorhanden ist. In manchen Momenten ist Caribbean! grosses Kopfkino.

Meuterei auf der Bounty

Mit der Zeit scharen sich immer mehr Männer um unser Banner und auch unsere Flotte wächst. Neu in der Mount & Blade Serie darf man auch Schiffe sein eigen nennen. Die Seegefechte sind jedoch noch nicht ausgereift. Manchmal versinkt unser Flaggschiff grundlos, wenn wir in die Nähe eines Gegners schippern. Ausserdem ist es frustrierend Breitseiten mit anderen Schiffen auszutauschen, weil eine Zielhilfe fehlt.

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Also zücken wir das Schwert und bereiten uns auf das Entern vor. Leider weiss man nicht, wie viele Gegner genau auf einem Schiff sind. Deswegen enden wir für gewöhnlich als Haifutter, sobald wir einen Kahn betreten. Da hilft nur neu laden und alles nochmal wiederholen…Blackbeard drehte sich im Grabe um. Ein kompletter Totalausfall ist das Spiel jedoch nicht. Es ist durchaus motivierend seine Flotte zu verbessern und neue Matrosen anzuheuern.

Mount and…Rum?

Zu Lande sieht es leider nicht viel anders aus. Was hat es doch Spass gemacht seine Armee von der Front aus zu befehligen in den vorherigen Teilen. Doch die Entwickler haben sich dazu entschlossen, das alte Befehlssystem über Bord zu werfen. Das ganze wurde durch ein völlig unübersichtliches, wie verwirrendes Menü ersetzt. Dadurch geht dem Spiel der Grossteil seines taktischen Tiefgangs verloren. Im schlimmsten Falle ziehen sogar unablässig Fehlermeldungen über den Bildschirm.

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Auch Grafisch hat das Spiel keine Schritte nach vorne gemacht. Die Animationen sind nach wie vor hölzern, die Umgebung Polygonarm. Der Soundtrack besteht nur aus einigen wenigen Stücken, die sich ständig wiederholen. Manchmal bricht die Musik plötzlich ab und lässt uns mit Stille zurück. Hier wurde sehr viel Potential verschenkt. Zu einem Piratenspiel gehören Seemannslieder und eine gute Musikalische Untermalung einfach dazu.

Fazit

Caribbean! wirkt an allen Ecken und Enden unfertig. Eine längere Zeit im Early Access hätte dem Spiel gut getan. Trotzdem kann man seinen Spass damit haben, denn die Kombination aus Land- und Seeschlachten ist eigentlich sehr gut. Mehr denn je braucht es aber eine Menge Vorstellungskraft sowie Frustresistenz, um das Spiel geniessen zu können. Ich hoffe, dass die Entwickler ihr Versprechen halten und Patches nachliefern.

Verfasst von Milo am 4. März 2015

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